Ziele und Aufgaben

Antiziganismusforschung ist an deutschen Universitäten bisher nicht etabliert und kaum präsent. Deshalb haben sich 1998 Forscher aus verschiedenen Disziplinen (wie Geschichtswissenschaft, Politologie, Pädagogik, Europäischer Ethnologie, Literaturwissenschaft) in der GfA zusammengeschlossen.

Die GfA versteht es als ihre Aufgabe:

– Antiziganismus in allen gesellschaftlichen Bereichen in Vergangenheit und Gegenwart zu erforschen
– den Austausch der Forschenden zu ermöglichen und zu fördern
– Forschungsprojekte Anderer anzustoßen und zu beraten
– Forschungsergebnisse in der Öffentlichkeit zu präsentieren und zur Diskussion zu stellen.

Was ist Antiziganismus?

Antiziganismus ist der Fachbegriff für den Rassismus gegenüber Sinti, Roma, Jenischen und anderen als ‚Zigeuner‘ stigmatisierten Gruppen und Einzelpersonen. Die Auswirkungen des Antiziganismus reichen von inneren Vorbehalten über offene Ablehnung, Ausgrenzung, Vertreibung, physischer Gewalt bis zur systematischen Vernichtung von Sinti und Roma im Nationalsozialismus.

Antiziganismusforschung befasst sich – im Gegensatz zur „Tsiganologie“, die vermeintliche „Zigeuner“ zum Objekt der Forschung macht – mit den Einstellungen, Bildern und Praktiken der Mehrheitsbevölkerung, welche sich auch in Büchern, Filmen, Datenbanken, Photographien und anderen Kulturprodukten manifestieren.

Der Begriff des „Antiziganismus“ war jenseits eines kleinen Fachpublikums bis in die Mitte der 2000er Jahre weitgehend unbekannt. Inzwischen wird er in der Öffentlichkeit, der Politik und der pädagogischen Arbeit breiter rezipiert. In der Wissenschaft hat sich in den letzten Jahren eine Debatte über Stärken, Schwächen und Gefahren des Begriffs entwickelt, die bis heute andauert.

Die Gesellschaft für Antiziganismusforschung veröffentlichte im Juli 2016 als Teil einer internationalen „Allianz gegen Antiziganismus“ ein Referenzpapier mit einer Arbeitsdefinition zu Antiziganismus. Eine aktuelle Liste der Mitglieder, sowie die englische Fassung des Referenzpapiers können auf www.antigypsyism.eu eingesehen werden. Die deutsche Übersetzung befindet sich als PDF hier:

Grundlagenpapier-Antiziganismus

 

Weiterführende Literatur:
– End, Markus (2013): Antiziganismus. Zur Verteidigung eines wissenschaftlichen Begriffs in kritischer Absicht. In: Bartels, Alexandra; Borcke, Tobias von; End, Markus; Friedrich, Anna (Hrsg.): Antiziganistische Zustände 2. Kritische Positionen gegen gewaltvolle Verhältnisse. Münster, S. 39–72.
– Randjelović, Isidora (2014): Ein Blick über die Ränder der Begriffsverhandlungen um „Antiziganismus“. In: Heinrich-Böll-Stiftung; Schuch, Jane; Randjelović, Isidora (Hrsg.): Perspektiven und Analysen von Sinti und Rroma in Deutschland. Heimatkunde – Dossier. Berlin, S. 19–37.
– Selling, Jan; End, Markus; Kyuchukov, Hristo; Laskar, Pia; Templer, Bill (Hrsg., 2015): Antiziganism – What’s in a Word? Proceedings from the Uppsala International Conference on the Discrimination, Marginalization and Persecution of Roma, 23-25 October 2013. Newcastle upon Tyne.

Satzung

der “Gesellschaft für Antiziganismusforschung” e.V.

§ 1 Name, Sitz, Geschäftsjahr
1. Der Verein führt den Namen “Gesellschaft für Antiziganismusforschung”. Er soll in das Vereinsregister des Amtsgerichts Marburg eingetragen werden. Dem Vereinsnamen ist nach der Eintragung im Vereinsregister der Zusatz “e.V.” anzufügen.
2. Der Verein hat seinen Sitz in Marburg.
3. Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

§ 2 Zweck

1. Der Verein erforscht den Antiziganismus in Vergangenheit und Gegenwart sowie seine Folgen, insbesondere den Holocaust an Sinti und Roma.
2. Der Verein fördert durch eigene Projekte und Publikationen die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Antiziganismus in allen gesellschaftlichen Bereichen.
3. Der Verein ist sich der Rolle der Wissenschaft bei der Diskriminierung und Verfolgung der Sinti und Roma bewußt. Er führt deshalb den Dialog mit der Minderheit und sucht das Gespräch mit anerkannten Vertretern der Sinti und Roma.
4. Der Verein berät, unterstützt und fördert Facheinrichtungen bei der Erforschung des Antiziganismus und der Vermittlung von Forschungsergebnissen an Schulen, anderen Bildungseinrichtungen und in der Öffentlichkeit.

§ 3 Gemeinnützigkeit

1. Die “Gesellschaft für Antiziganismusforschung” verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts “Steuerbegünstigte Zwecke” der Abgabenordnung.
2. Der Verein ist selbstlos tätig; er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke.
3. Mittel des Vereins werden nur für satzungsmäßige Zwecke verwendet. Die Mitglieder erhalten keine Zuwendungen aus Mitteln des Vereins.
4. Es darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zwecke des Vereins fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden.
5. Bei Auflösung des Vereins oder bei Wegfall steuerbegünstigter Zwecke fällt das Vermögen des Vereins an das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg.

§ 4 Mitgliedschaft

1. Mitglieder können natürliche und juristische Personen und Vereine werden. Natürliche Personen können zu Ehrenmitgliedern ernannt werden.
2. Eine Aufnahme in den Verein ist schriftlich zu beantragen. Über den Aufnahmeantrag entscheidet der Vorstand mit einfacher Mehrheit.
3. Die Ernennung zu Ehrenmitgliedern erfolgt auf Vorschlag des Vorstands durch Beschluß der Mitgliederversammlung.
4. Die Mitgliedschaft endet durch Austritt, Ausschluß oder Tod. Der Austritt ist jederzeit durch schriftliche Erklärung an den Vorstand möglich. Der Ausschluß erfolgt druch Beschluß des Vorstandes,
a) wenn das Mitglied trotz erfolgter Mahnung mit der Bezahlung von zwei Jahresbeiträgen im Rückstand ist,
b) bei grobem oder wiederholtem Verstoß gegen die Satzung oder gegen die Interessen des Vereins. Im zweiten Fall wird dem Mitglied unter Setzung einer angemessenen Frist Gelegenheit zur Rechtfertigung gewährt. Der Beschluß über den Ausschluß wird mit Gründen versehen und dem Mitglied mittels eingeschriebenen Briefes bekanntgemacht. Gegen den Ausschließungsbeschluß des Vorstandes steht dem Mitglied das Recht der Berufung an die Mitgliederversammlung zu. Diese entscheidet endgültig; bis zu diesem Zeitpunkt ruhen die Mitgliedschaftsrechte.

§ 5 Jahresbeitrag und Spenden

1. Der Jahresbeitrag wird durch die Mitgliederversammlung festgesetzt. Der Jahresbeitrag für Schüler, Studenten und Auszubildende kann bis zu 50 % ermäßigt werden. Der Vorstand kann auf Antrag in Härtefällen Ermäßigung oder Erlaß gewähren.
2. Der Verein ist berechtigt, steuerlich abzugsfähige Spenden entgegenzunehmen und Spendenbescheinigungen zur Vorlage bei den Steuerbehörden auszustellen.

§ 6 Organe des Vereins

Die Organe des Vereins sind die Mitgliederversammlung, der Vorstand, der Wissenschaftliche Beirat und das Kuratorium.

§ 7 Mitgliederversammlung

1. Die Mitgliederversammlung wird mindestens alle zwei Jahre durch den Vorsitzenden/die Vorsitzende zwei Wochen vorher schriftlich unter Angabe der Tagesordnung einberufen. Sie ist außerdem einzuberufen, wenn ein Viertel der Mitglieder dies unter Angabe des Zwecks und der Gründe beantragen.
2. Die Mitgliederversammlung bestimmt die Richtlinien für die Arbeit des Vereins.
3. Die Mitgliederversammlung wählt die Vorstandsmitglieder in ihren Funktionen mit Ausnahme des Sprechers/der Sprecherin des wissenschaftlichen Beirats, ferner die Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats und des Kuratoriums, die Ehrenmitglieder und zwei Kassenprüfer.
4. Die Mitgliederversammlung nimmt den Tätigkeitsbericht und Kassenbericht des Vorstands und den Prüfungsbericht entgegen und entscheidet über die Entlastung des Vorstands.
5. Jede ordnungsgemäß einberufene Mitgliederversammlung ist ohne Rücksicht auf die Zahl der anwesenden Mitglieder beschlußfähig. Sie entscheidet über Satzungsänderungen, über den Ausschluß von Mitgliedern und über die Auflösung des Vereins mit 3/4 der anwesenden Mitglieder. Anträge auf Satzungsänderung und auf Ausschluß von Mitgliedern sind schriftlich mit der Einladung zur Mitgliederversammlung zu versenden.
6. Ergebnisse und Beschlüsse sind in einem Protokoll festzuhalten. Das Protokoll wird vom Versammlungsleiter und vom Protokollanten unterzeichnet.

§ 8 Vorstand

1. Der Vorstand besteht aus dem/der Vorsitzenden, dem Stellvertreter/der Stellvertreterin, dem Schriftführer/der Schriftführerin und dem Schatzmeister/der Schatzmeisterin. Der Sprecher/die Sprecherin des wissenschaftlichen Beirats ist Mitglied des Vorstands.
2. Die Vorstandsmitglieder werden von der Mitgliederversammlung für zwei Jahre gewählt. Wiederwahl ist möglich.
3. Der Vorstand verfolgt die Ziele des Vereins, er führt die Beschlüsse der Mitgliederversammlung und des Wissenschaftlichen Beirats aus und verwaltet das Vereinsvermögen.
4. Der Vorstand tritt mindestens zweimal jährlich zusammen, kann aber auch im Umlaufverfahren entscheiden.
5. Vorstand im Sinne des § 26 BGB sind der Vorsitzende/die Vorsitzende und der Stellvertreter/die Stellvertreterin, und zwar jeder/jede für sich allein.

§ 9 Wissenschaftlicher Beirat

1. Dem wissenschaftlichen Beirat gehören mindestens sieben vom Vorstand vorgeschlagene und von der Mitgliederversammlung auf die Dauer von zwei Jahren gewählte Mitglieder des Vereins an. Wiederwahl ist zulässig.
2. Der wissenschaftliche Beirat wählt aus seinen Reihen einen Sprecher/eine Sprecherin
3. Der wissenschaftliche Beirat berät und unterstützt den Vorstand bei allen wissenschaftlichen Projekten des Vereins.
4. Der wissenschaftliche Beirat tritt mindestens einmal jährlich zusammen.

§ 10 Kuratorium

1. Dem Kuratorium gehören herausragende Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben an, die von der Mitgliederversammlung auf Vorschlag des Vorstandes für vier Jahre gewählt werden. Wiederwahl ist zulässig.
2. Das Kuratorium fördert die Arbeit des Vereins als Ganzes.

Die Satzung wurde am 17. Juli 1998 errichtet, zuletzt geändert am 23. Januar 2009.

Vorstand

					

Dr. Markus End

VorstandVorstandsvorsitzender

Jg. 1979, ist Politikwissenschaftler. Seine Forschungsinteressen liegen im Bereich der theoretischen Auseinandersetzung mit Antiziganismus, der Möglichkeiten antiziganismuskritischer pädagogischer Arbeit sowie der theoretisch vergleichenden Vorurteilsforschung.

Zusammen mit Kolleg_innen hat er in Berlin ein Forum zu Antiziganismuskritik ins Leben gerufen und zwei Sammelbände zu Antiziganistischen Zuständen herausgegeben. Im Team mit der Jugendbildungsstätte Kaubstraße hat er das Methodenhandbuch zum Thema Antiziganismus entwickelt. 2013 erarbeitete er im Auftrag von Romnokher ein Gutachten Antiziganismus: Zum Stand der Forschung und der Gegenstrategien; zuletzt gab das Dokumentati-ons- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma seine Studie zum Thema Antiziganismus in der deutschen Öffentlichkeit heraus, in der er Strategien und Mechanismen medialer Kommunikation untersuchte.

Dr. Karola Fings

Vorstandstellvertretende Vorsitzende

Jg. 1962, ist Historikerin und stellvertretende Direktorin des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln. Sie hat ihre Dissertation an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf über „Krieg, Gesellschaft und KZ. Himmlers SS-Baubrigaden“ geschrieben. Ihre Forschungsschwerpunkte sind der Nationalsozialismus, seine Vorgeschichte und seine Nachwirkungen sowie die NS-Verfolgung von Sinti und Roma.

 

Seit 1990 hat sie hierzu zahlreiche Studien veröffentlicht, u.a. über Struktur und Verlauf der NS-Zigeunerverfolgung und den Charakter des Genozids, über „Zigeunerlager“ oder zur Verfolgung von Roma im faschistisch besetzten Jugoslawien. Ihr gemeinsam mit Frank Sparing verfasstes Buch „Rassismus, Lager, Völkermord. Die nationalsozialistische Zigeunerverfolgung in Köln“ (2005) ist eine Fallstudie zum Genozid an den Sinti und Roma, die auf breiter empirischer Basis die Nachkriegsmythen der Täterinnen und Täter widerlegt. 2012 gab sie mit Ulrich F. Opfermann den Band „Zigeunerverfolgung im Rheinland und in Westfalen 1933-1945. Geschichte, Aufarbeitung und Erinnerung“ heraus. Im August 2016 erschien in der Reihe C.H.Beck Wissen ihr Band „Sinti und Roma. Geschichte einer Minderheit“.

Prof. Dr. Wilhelm Solms

Vorstandstellvertretender Vorsitzender

Jg. 1937, ist Literaturwissenschaftler. Er ist seit der Gründung der GfA im Jahr 1998 erst als stellvertretender Vorsitzender und ab 2002 als Vorsitzender tätig. Er arbei-tet seit ihrer ersten öffentlichen Tagung im Jahr 1991 mit dem Dokumentations- und Kultur-zentrum Deutscher Sinti und Roma, dessen Kuratorium er angehört, und mit den Landesver-bänden von Baden-Württemberg und Hessen zusammen.

Arbeitsschwerpunkte: Zigeunerbilder in der Geschichte der deutschen Literatur, politischer, kirchlicher, wissenschaftlicher und vulgärer Antiziganismus sowie die Erzählkultur der Sinti und der Roma. „’Kulturloses Volk’? Berichte über ‚Zigeuner’ und Selbstzeugnisse von Sinti und Roma“ (2006) ist eine Sammlung von Vorträgen und Artikeln; in „Zigeunerbilder. Ein dunkles Kapitel der deutschen Literaturgeschichte. Von der Frühen Neuzeit bis zur Romantik“ (2009) wird die literarische Tradierung typischer Zigeunerbilder verfolgt.

Dr. Udo Engbring-Romang

VorstandSchatzmeister

Jg. 1955, ist Dipl.-Politologe und Historiker mit einer Promotion über den nichtmarxistischen Sozialismus; seit 2010 ist er Programmbereichsleiter „Gesellschaft/Politik/Geschichte“ der vhs Marburg (Teilzeit), seit 1995 freier Mitarbeiter beim Ver-band Deutscher Sinti und Roma, LV Hessen, seit 2007 externer Koordinator des Lokalen Aktionsplans Darmstadt gegen Rechtsextremismus mit Schwerpunkt Antiziganismus. Er ist Gründungsmitglied der GfA und seit ihrem Bestehen als Schriftführer und/oder Schatzmeister tätig.

Arbeitsschwerpunkte im Themenbereich: Lokal- und regionalgeschichtliche Dokumentationen zur Verfolgungs- und Diskriminierungsgeschichte der Sinti und Roma in Hessen im 19. und 20. Jahrhundert, Aufsätze und Vorträge zum Antiziganismus, Schwerpunkt „Zigeunerbilder“ in der Geschichte. Autor der mobilen Ausstellungen „Hornhaut auf der Seele – Die Ge-schichte der Verfolgung der Sinti und Roma in Hessen“ (2004/2007), „Typisch ‚Zigeuner’? Antiziganismus und Lebenswirklichkeiten“ (2008/2013), der Dauerausstellung „’Zigeunerbilder’ – Entstehung, Wirkung, Folgen“ (2015/16) und der digitalen Ausstellung „Verfolgung der Sinti und Roma (im Aufbau)“ im digitalen Archiv des Hessischen Staatsarchivs Marburg. Seit 2009 Zusammenstellung von Materialien zum schulischen und außerschulischen Unterricht mit regionalem Bezug.

Tobias von Borcke

VorstandSchriftführer

M.A., Studium der Fächer Soziologie, Philosophie und Pädagogik in Münster, Magisterarbeit über Antiziganismus in der BRD vor dem Hintergrund des NS-Völkermordes an Sinti und Roma.

 

Mit dem Umzug nach Berlin folgten ein Zweitstudium der Geschichtswissenschaften und verschiedene Tätigkeiten im Bereich der historisch-politischen Bildungsarbeit (u.a. Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen, Topographie des Terrors und Gedenkort SA-Gefängnis Papestraße). Auseinandersetzung mit historischen wie aktuellen Formen des Antiziganismus außerdem im Kontext des Forums Antiziganismuskritik. Forschungs- und Interessenschwerpunkte: Tsiganologie, Antiziganismus und Polizei, Bildungsarbeit zur NS-Verfolgung von Sinti und Roma.

 

Seit August 2016 Projektmitarbeiter in der Berliner Repräsentanz des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma.

 

 

 

 

Merfin Demir

VorstandBeisitzer

Jg. 1980, ist Gründer und Landesgeschäftsführer von Terno Drom e.V., einer interkulturellen Jugendorganisation in Nordrhein-Westfalen, und außerdem seit Januar 2015 als Projektkoordinator bei der Otto-Benecke-Stiftung e.V. im Bundesprojekt „Junge Roma Aktiv“ beschäftigt.

 

Zuvor war er von 2011 bis 2014 hauptamtlicher Projektleiter bei der djo – Deutschen Jugend in Europa in Nordrhein-Westfalen e.V. für das BAMF-Projekt ,,be young & roma‘‘. 2014 bis Mai 2016 war er Vorsitzender der bundesweiten Jugendorganisation Amaro Drom e.V. Als ehemaliger ehrenamtlicher Geschäftsführer einer Düsseldorfer Roma-Moscheegemeinde (1999-2004) sind ihm sein Engagement für den Frieden unter den Kulturen auf der Grundlage gemeinsamer Werte und insbesondere der jüdisch-muslimische Dialog nach wie vor wichtig.

 

Schwerpunkte seiner Arbeit sind die Verbesserung der Bildungssituation von Roma und das Empowerment von Roma-Jugendlichen, wozu er auch publiziert hat. Von 2014 bis 2016 war er Mitglied des bundesweiten „Arbeitskreises zur Verbesserung der Bildungsbeteiligung und des Bildungserfolges von Sinti und Roma in Deutschland“. 2016 arbeitet er in einem Expertengremium der Bundeszentrale für politische Bildung an einer Handreichung zur kritischen Auseinandersetzung mit dem Antiziganismus mit. Außerdem ist er stellvertretender Vorsitzender des internationalen Beirates des RomArchive.

Daniel Strauß

VorstandBeisitzer

Jg. 1965, ist Immobilienkaufmann und engagiert sich seit 1983 in der Bürgerrechtsarbeit. Bis 1995 war er Vorstandsmitglied des Verbandes Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Hessen, seitdem ist er Vorsitzender des gleichnamigen Landesverbandes in Baden-Württemberg. 2013 war er Vertragspartner des ersten Staatsvertrages mit Gesetzesstatus, der mit dem Land Baden-Württemberg geschlossen wurde. Er hat in den 1990er Jahren an der Konzeption des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg mitgewirkt und ist diesem als Vorstandsmitglied bis heute verbunden. Neben der GfA hat er weitere Vereine und Stiftungen mit initiiert und arbeitet dort im Vorstand oder in anderer Funktion mit, so bei der Romno Kher gGmbH oder der Hildegard Lagrenne Stiftung.

 

Seit 1992 hat er zahlreiche Studien zu Antiziganismus und zur NS-Verfolgung von Sinti und Roma publiziert. Zu den jüngsten Arbeiten, bei denen er als Herausgeber, Mitherausgeber oder Autor mitwirkte, zählen eine Studie zu Antiziganismus in Europa, eine Studie zur aktuellen Bildungssituation deutscher Sinti und Roma sowie der Ergänzungsbericht zum Bericht der Bundesrepublik Deutschland an die Europäische Kommission zum EU-Rahmen für die Nationale Integration der Roma bis 2020 (alle 2012), 2013 folgte die Herausgabe des Gutachtens „Antiziganismus – zum Stand der Forschung und der Gegenstrategien“.

Mitglieder

Dr. Peter Bell

Dortmund / Heidelberg
Nach einer Steinmetzlehre und dem Studium der Kunstgeschichte, Betriebswirtschaftslehre sowie der Graphik & Malerei an der Philipps-Universität Marburg promovierte Peter Bell über „Getrennte Brüder und antike Ahnen. Repräsentationen der Griechen in der italienischen Kunst zur Zeit der Kirchenunion, 1438-72.“ im kunsthistorischen Teilprojekt „Ordnungen der Bilder. Repräsentation von Fremdheit und Armut in Kunst und visueller Kultur in Italien (13.-16. Jahrhundert)“ des SFB 600 „Fremdheit und Armut“ der Universität Trier.

 

Nach Auslauf des Teilprojekts führte er dort ein Forschungsvorhaben zur „Repräsentation von ‚Zigeunern’ in den Bildwelten des 15.-20. Jahrhunderts“. Danach war er Postdoktorand an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg im Interdisciplinary Center for Scientific Computing (IWR) und WIN-Kollegiat sowie Mitarbeiter im WIN-Projekt „Künstliches und künstlerisches Sehen. Computer Vision und Kunstgeschichte in methodisch-praktischer Zusammenarbeit“ in der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und zuletzt Geschäftsführer des Hartware MedienKunstVereins im Dortmunder U. Seit Sommer 2016 ist er Sprecher des WIN-Projekts.

 

Forschungsschwerpunkte

  • Visuelle Repräsentationen des Fremden vom Mittelalter bis in die Gegenwart
    (insbesondere Juden, Griechen, ‚Zigeuner‘)
  • Malerei und Druckgrafik der Frühen Neuzeit
  • Kulturtransfer, Rezeption, Interkulturalität
  • Digitale Kunstgeschichte, Digital Humanities und digitale Vermittlung
  • Image Processing (Computer Vision, Crowdsourcing, Augmented Reality)

Nico Bobka

Jg. 1986, studierte Soziologie und Politische Theorie in Berlin, Cardiff, Darmstadt und Frankfurt am Main. Er war im Sommersemester 2016 Lehrbeauftragter des Instituts für Soziologie an der Technischen Universität Darmstadt und ist als freier Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe „Die Frankfurter Seminare Theodor W. Adornos“ am Frankfurter Institut für Sozialforschung tätig. Gegenwärtig bereitet er eine Promotion zur Kritik des ontologischen Bedürfnisses vor.

 

Sein Interesse gilt der kritischen Theorie der Gesellschaft und dabei insbesondere der negativen Geschichtsphilosophie, der Kritik an Ontologie und am ontologischen Bedürfnis sowie an Antisemitismus und an Antiziganismus.

Pavel Brunßen

Jg. 1987, studierte Soziale Arbeit an der Hochschule Düsseldorf und beendet aktuell (2017/18) sein Masterstudium in interdisziplinärer Antisemitismusforschung am Zentrum für Antisemitismusforschung an der Technischen Universität Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte sind Antiziganismus, Antisemitismus, Soziale Bewegungen sowie Diskriminierung und Antidiskriminierung in Fußball und Fußball-Fankulturen. Diverse Publikationen und Vorträge sowie weitere (Projekt-)Tätigkeiten (u.a. Zentralrat Deutscher Sinti und Roma, Zentrum für Antisemitismusforschung, Yale Program for the Study of Antisemitism, Forschungsschwerpunkt Rechtsextremismus/ Neonazismus der Hochschule Düsseldorf). Von 2012 bis 2017 Herausgeber und Chefredakteur des Transparent Magazins.

Barbara Danckwortt

Alexandra Graevskaia

M.A., studierte Soziologie an der Universität Duisburg-Essen mit dem Schwerpunkt „Soziale Ungleichheit“. Seit 2012 Mitglied im Arbeitskreis „Antiziganismus“ des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung (http://www.diss-duisburg.de/arbeitskreis-antiziganismus/).

 

Neben Antiziganismus sind ihre Arbeitsschwerpunkte die kritische Migrations- und Rassismusforschung sowie die Diskursanalyse. Ihre empirische Masterarbeit verfasste sie zum Thema „Diskursive Positionierung etablierter Minderheiten in der Einwanderungsgesellschaft“.

 

Vergangene Vorträge und Workshops können hier eingesehen werden: http://www.diss-duisburg.de/mitarbeiterinnen/alexandra-graevskaia

Daniela Gress

Jg. 1986, ist Historikerin und Doktorandin im Arbeitsbereich „Minderheitengeschichte und Bürgerrechte in Europa“ am Lehrstuhl für Zeitgeschichte der Universität Heidelberg. Ihr Dissertationsvorhaben untersucht die Entwicklung von Bürger- und Menschenrechtsbewegungen der Sinti und Roma in der Bundesrepublik Deutschland und deren Anstrengungen zum Abbau von Antiziganismus.

 

Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Antiziganismus im 20. Jahrhundert, insbesondere nach 1945, Minderheitengeschichte, Bürgerrechts- und Protestgeschichte, Neue Soziale Bewegungen, Erinnerungskultur sowie Geschichtspolitik. Für ihre Forschungen wurde sie mit dem Integrationsforschungspreis des Ministeriums für Integration Baden-Württemberg (2013) und dem Dr. Bertold-Moos-Wissenschaftspreis (2016) ausgezeichnet. Im Bereich Vermittlung arbeitete sie an historischen Ausstellungen u.a. zur Bürgerrechtsarbeit deutscher Sinti und Roma sowie der NS-Verfolgung der Heidelberger Juden und Sinti und kooperiert mit dem Archivbereich „Bürgerrechtsbewegung der Sinti und Roma in Europa“ des „RomArchive – Digitales Archiv der Sinti und Roma“.

 

Aktuelles Forschungsvorhaben:
Protest und Selbstbestimmung. Bürger- und Menschenrechtsbewegungen der Sinti und Roma in der Bundesrepublik Deutschland (Dissertationsprojekt)

 

Mag. DDr., MAS Gernot Haupt

Lisa-Marie Heimeshoff

M.A., studierte von 2003-2006 Europa-Studien in Chemnitz und Brno (CZ) und von 2007-2010 Global Political Economy in Kassel und Global Affairs an der Rutgers University in Newark, NJ (USA). Von 2011-2014 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachgebiet Politik der Arbeitsmigration.

Seit 2014 ist sie am Fachgebiet Migration und Gesellschaft des Instituts für Migrationsforschung und interkulturelle Studien der Universität Osnabrück als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig. Sie promoviert zum Thema der Interessenvertretung von Sinti und Roma in Europa und lehrt zu Themen im Feld Minderheiten(rechten), Migration und Organisierung.

Dr. Elizabeta Jonuz

Dr. phil., Diplom-Sozialpädagogin, Lehrbeauftragte an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln. Veröffentlichungen zu Rassismus, Sexismus, intersektionaler Ungleichheits- und Diskriminierungsforschung.

Ihre Promotion wurde 2009 unter dem Titel „Stigma Ethnizität. Wie zugewanderte Romafamilien der Ethnisierungsfalle begegnen“ veröffentlicht.

Steffen Jost

M.A., Studium der Neueren und Neuesten Geschichte, Spanisch und Friedens- und Konfliktforschung in Marburg und Madrid. Lehrbeauftragter und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Kassel und der LMU München. Nach einer Magisterarbeit zu „1492 als spanischer Erinnerungsort” folgten Forschungen zur deutschen und spanischen Erinnerungskultur. Laufende Promotion an der LMU München zu „Erinnerung und Öffentlichkeit im urbanen Raum. Sevilla von 1892 bis 1948”.

 

Seit 2010 pädagogischer Mitarbeiter und seit 2013 stellvertretender Leiter am Max Mannheimer Studienzentrum, Dachau. Damit folgte eine intensive Beschäftigung mit der Verfolgung von Sinti und Roma im Nationalsozialismus und den Möglichkeiten der Vermittlung dieser Geschichte. Entwicklung von Rundgängen und Workshops zum Thema „Sinti und Roma im KZ-Dachau” sowie zur Geschichte der Bürgerrechtsbewegung. In der pädagogischen Praxis zudem interessiert an biografischen Zugängen zur Geschichte und der Frage nach den Möglichkeiten digitaler Bildung.

 

Aktuelle Forschungsinteressen: Sinti und Roma im KZ-Dachau, Sinti und Roma als Häftlinge im KZ-System, Hungerstreik 1980, Positionen der Mehrheitsgesellschaft in der (außer-)schulischen historischen Bildungsarbeit.

Christian Kelch

Christian Kelch hat an der Universität Erlangen Neuere und Neueste Geschichte, Politische Wissenschaften sowie Osteuropäische Geschichte studiert und war längere Zeit in der historisch-politischen Jugendbildungsarbeit tätig. Er promoviert seit 2013 über Werk und Wirken des (west-)deutschen Tsiganologen Hermann Arnold (1912-2005).

Prof. Dr. Michael Klein

Jg. 1941, ist Soziologe, Sozialpädagoge und Psychotherapeut. Vor seiner Emeritierung hatte er eine Professur für Mikrosoziologie und Bildungssoziologie an der Universität Erfurt inne. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Minderheiten, Randgruppen, Außenseiter, „Soziale Probleme“ (vor allem: Gewalt).

Zu seinen jüngeren Veröffentlichungen zählen u.a.: „Gewalt – interdisziplinär“ (2002); „Minderheiten im Umgang mit der Natur“ (2014).

Sebastian Lotto-Kusche

Jg. 1987; Studium der Geschichte, Philosophie und Germanistik an der Universität Kassel. Initiator und Projektkoordinator der Senatskommission „Weg der Erinnerung an der Universität Kassel“; Stipendiat der Friedrich-Ebert-Stiftung (Grund- und Graduiertenförderung); Gymnasiales Staatsexamen 2012; Doktorand an der Philosophischen Fakultät I der Humboldt-Universität zu Berlin am Institut für Geschichtswissenschaft. Seit 2015 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Geschichte und Geschichtsdidaktik der Europa-Universität Flensburg.

 

Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Minderheitengeschichte, der Historischen Antiziganismusforschung, der Geschichtspolitik und Erinnerungskultur in der BRD und der Begriffs- und Diskursgeschichte. Sein Promotionsvorhaben beschäftigt sich mit der Anerkennung des Völkermords an den Sinti und Roma in der NS-Zeit durch die Bundesrepublik Deutschland. Er ist Mitherausgeber des Jahrbuchs „Demokratische Geschichte“.

Verena Meier

1988 in Sulingen geboren; studiert seit 2009 an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Die Fächer Geschichte und Anglistik schloss sie 2016 erfolgreich ab und beendet gegenwärtig die Fächer Europäische Kunstgeschichte und Philosophie.

Sie arbeitete als freie Mitarbeiterin im Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma und unterstützte Dr. Frank Reuter bei der Konzeption einer neuen Wanderausstellung zum Thema „’Rassendiagnose: Zigeuner’. Der Völkermord an den Sinti und Roma und der lange Kampf um Anerkennung“. Außerdem wirkte sie bei der Gestaltung einer studentischen Ausstellung zu den Deportationen der Heidelberger Juden und Sinti im Jahre 1940 mit. Sie arbeitete als wissenschaftliche Hilfskraft im Projekt „Lokalgeschichtliche Aufarbeitung der Verfolgung von Minderheiten während der NS-Zeit“ im Arbeitsbereich „Minderheitengeschichte und Bürgerrechte in Europa“ am Lehrstuhl für Zeitgeschichte der Ruprecht-Karls Universität Heidelberg.

Prof. Dr. Astrid Messerschmidt

Jg. 1965, Dr. phil. habil., Erziehungswissenschaftlerin und Erwachsenenbildnerin; Studium der Pädagogik, Politikwissenschaft, Germanistik und Religionspädagogik. Seit Sommersemester 2016 Professur für Erziehungswissenschaft mit Schwerpunkt Geschlecht und Diversität an der Bergischen Universität Wuppertal.

 

Von 2014-2016 Gastprofessorin für Gender and Diversity an der Technischen Universität Darmstadt; 2009-2014 Professur für Interkulturelle Pädagogik/Lebenslange Bildung an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe; 2008-2009 Vertretungsprofessur für Erwachsenenbildung und Allgemeine Pädagogik an der Universität Flensburg; 2007 Gastprofessur für Allgemeine Pädagogik an der Universität Wien. Lehraufträge: Université de Fribourg/CH; Universität Innsbruck, Hochschule Mannheim, Universität Bielefeld.

 

Gutachter- und Beiratstätigkeiten u.a. für die Bundeszentrale für Politische Bildung; Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft EVZ; Fritz Bauer Institut.

 

Arbeits- und Forschungsschwerpunkte: Migrationsgesellschaftliche Bildung, Diversität und Diskriminierung, Geschlechtertheorien und geschlechterreflektierende Bildung; Antisemitismus und Rassismus in den Nachwirkungen des Nationalsozialismus. Zahlreiche Publikationen u.a. zu antiziganismuskritischer Bildungsarbeit.

Tobias Neuburger

Sozial- und Kulturwissenschaftler; wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt „Kompetent gegen Antiziganismus“ der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten; Doktorand am Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie der Universität Innsbruck.  Arbeitstitel der Dissertation: „Aufführungen des Antiziganismus. Populäre ‚Zigeuner‘-Bilder um 1900“; Lehrbeauftragter an der Hochschule Hannover.

 

Forschungsschwerpunkte: Antiziganismus, Antisemitismus und Rassismus in Geschichte und Gegenwart, antiziganismuskritische Bildungsarbeit, Kritische Theorie und Ideologiekritik.

Dr. Ulrich Friedrich Opfermann

Historiker, Studium Volkswirtschaft, Geschichte und Erziehungswissenschaften in Köln und Siegen, Promotion bei Prof. Dr. Jürgen Reulecke an der Universität Siegen

 

 

Der Schwerpunkt der historischen Arbeiten liegt auf der älteren und jüngeren Geschichte als „fahrend“ geltender Minderheiten (Roma, Jenische).  Tätigkeiten für u. a. Dokuzentrum/Archiv des Rom e. V., Köln, dort im Vorst., Dokumentationszentrum Deutscher Sinti und Roma, Heidelberg, verschiedene NS-Gedenkstätten, langj. Vorstandsmitgl., Arbeitskreis der NS-Gedenkstätten und Erinnerungsorte in NRW, Landeszentralen für politische Bildung, Bundeszentrale für politische Bildung, Universität Siegen.
Zahlreiche Publikationen in den Themenfeldern Roma bzw. Sinti, Jenische und Antiziganismus.

Prof. Dr. Iulia-Karin Patrut

Jg. 1975, ist Literaturwissenschaftlerin und Professorin für Neuere deutsche Literaturwissenschaft (Schwerpunkt 20. und 21. Jahrhundert) an der Universität Flensburg. Promoviert hat sie über Paul Celan und Herta Müller, ihre 2014 erschienene Habilitationsschrift befasst sich mit der Darstellung von ‚Zigeunern‘ in Literatur und Wissenschaft vom 18. Jahrhundert bis 1920.

Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Analogien und Differenzen zwischen der Darstellung von ‚Zigeunern‘ und Juden und die ‚internen Fremden‘ im Zeitalter der Nation. Seit 2005 hat sie zahlreiche Studien vorgelegt, u.a. sieben Sammelbände zur Darstellung und Verfolgung der ‚Zigeuner‘ (z.B. „‚Zigeuner‘ und Nation. Repräsentation – Inklusion – Exklusion“ 2008 mit Herbert Uerlings sowie „Fremde Arme – Arme Fremde. ‚Zigeuner‘ in Literaturen Mittel- und Osteuropas, mhg 2007). Einschlägige Aufsätze, die die Rolle der ‚Zigeuner‘ als Grenzfiguren in deutschen Selbstentwürfen untersuchen, erschienen zuletzt in der Zeitschrift Geschichte und Gesellschaft und im Jahrbuch für Antisemitismusforschung.

Nadine Povoden

Staatlich anerkannte Erzieherin, arbeitet seit 2007 bei der Stadt Mannheim in unterschiedlichen Bereichen, vorwiegend mit Schulkindern. Studierte von 2009 bis 2014 neben der Berufstätigkeit Bildungswissenschaften an der Fernuniversität Hagen mit den Schwerpunkten Soziologie, Psychologie und Sozialpädagogik. Seit 2015 belegt sie den Masterstudiengang Bildungswissenschaften Fachdidaktik Geschichte an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg.

 

In ihrer Bachelorarbeit setzte sie sich mit Antiziganismus und den Konsequenzen für die Pädagogik auseinander. Im Rahmen eines Forschungsprojektes entwickelte sie Analysekriterien zur Überprüfung von Bildungsmaterialien zum Thema Antiziganismus. Aktuell beschäftigt sie sich in ihrer Masterarbeit mit dem Entwurf eines pädagogischen Konzeptes zur Anwendung für Erzieher_innen und angehende Lehrer_innen auf der Grundlage dieser Kriterien.

 

Parallel engagiert sie sich im Studierendenverein „Heidelberger Lupe“, der aus Lehrveranstaltungen des Arbeitsbereiches „Minderheitengeschichte und Bürgerrechte in Europa“ entstanden ist und sich zum Ziel gesetzt hat, regionalhistorische Themen zu erforschen und für den Transfer in Schulen aufzuarbeiten. In erster Linie beschäftigt sie sich hier mit dem Themenfeld Antiziganismus. http://www.heidelberger-lupe.de

Dr. Frank Reuter

Frank Reuter arbeitet seit 1993 als Historiker im Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg. Ein zentraler Arbeitsschwerpunkt ist der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma. Er hat zahlreiche Interviews mit Überlebenden des Völkermords geführt und eine Sammlung historischer Privat- und Familienfotos von Sinti und Roma aufgebaut. Er war unter anderem verantwortlich für die inhaltliche Konzeption der Dauerausstellung im Heidelberger Zentrum (eröffnet 1997) und der Dauerausstellung im ehemaligen Häftlingsblock 13 des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau (eröffnet 2001). Zur Verfolgungsgeschichte der Minderheit im Nationalsozialismus hat er zahlreiche Beiträge publiziert.

 

Weitere Forschungsschwerpunkte sind die historische Bild- und Stereotypenforschung, insbesondere „Zigeuner“-Bilder in der Fotografie, sowie Fragen der Erinnerungskultur. Seine 2014 im Wallstein Verlag erschienenen Monografie „Der Bann des Fremden. Die fotografische Konstruktion des ,Zigeuners‘“ wurde in Rezensionen als neues Standardwerk gewürdigt.

Jens Röschlein

Im Jahr 2008 Magister Artium an der Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Bayreuth. Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte von Minderheiten, Sozialgeschichte der Religion sowie Exklusion / Inklusion. Derzeit Promotion an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster in Geschichte zu der Auseinandersetzung der katholischen Kirche in der Bundesrepublik Deutschland mit und über Sinti und Roma (1945-1990)

Prof. Dr. Wolfram Stender

Seit 2003 Professur für Soziologie an der Hochschule Hannover.

 

Davor arbeitete er viele Jahre als politischer Bildungsreferent und war Leiter von „Miteinander. Netzwerk für Weltoffenheit und Demokratie in Sachsen-Anhalt e.V.“.

Sebastian Vaupel

Jg. 1989, studierte Geschichte, Philosophie und Schulpädagogik an der Universität Marburg. Seine Examensarbeit zur „Kritik des Antiziganismus als Aspekt einer ‚Erziehung nach Auschwitz'“ verfasste er 2014. Zur Zeit absolviert er sein Lehramtsreferendariat in Berlin.

 

Schwerpunkte: Antiziganismustheorie(n) und antiziganismuskritische Bildungsarbeit (einführende Vorträge und Workshops)

Stefan Vennmann

Jg. 1990, studiert an der TU Dortmund den Studiengang Philosophie und Politikwissenschaft mit Schwerpunkt politische Philosophie und ist Mitarbeiter im Arbeitskreis Antiziganismus im Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung (DISS).

 

Arbeitsschwerpunkte: Die Kritische Theorie des Frankfurter Instituts für Sozialforschung und Fragen der Kollektivschuld, im Forschungsfeld Antiziganismus insbesondere das Verhältnis von Antiziganismus und politischer Ökonomie, von Antiziganismus und Antisemitismus sowie Antiziganismus im Kontext extrem rechter Ideologie.

Benedikt Wolf

M.A., studierte von 2004 bis 2011 Klassische Philologie, Neogräzistik, Deutsch als Fremdsprache und Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München und promovierte von 2012 bis 2016 in Neuerer Deutscher Literatur. 2012/2013: DAAD Sprachassistent an der Universität Zypern (Nikosia), im Sommersemester 2014 Lehrauftrag am Germanistischen Institut der Universität Münster.

 

 

Seit August 2016 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Forschungsstelle Kulturgeschichte der Sexualität (Institut für deutsche Literatur) an der Humboldt-Universität zu Berlin.