Wir über uns
Ziele und Aufgaben
Die Antiziganismusforschung ist an den deutschen Universitäten im Unterschied zur Antisemitismusforschung bis heute ein Desiderat.
Deshalb haben sich 1998 Antiziganismusforscher aus verschiedenen Disziplinen (wie Geschichtswissenschaft, Politologie, Pädagogik, Europäische Ethnologie, Literaturwissenschaft) in dem Verein zusammengeschlossen.
Unsere Aufgaben sind:
- den Antiziganismus in allen gesellschaftlichen Bereichen in Vergangenheit und Gegenwart zu erforschen
- Forschungsprojekte anderer anzustoßen und zu beraten
- Forschungsergebnisse in der Öffentlichkeit zur Diskussion zu stellen
Was ist Antiziganismus?
Antiziganismus (von tsigane=Zigeuner) ist die feindliche Haltung gegenüber den "Zigeunern", die von inneren Vorbehalten über offene Ablehnung, Ausgrenzung und Vertreibung bis zu Tötung und massenhafter Vernichtung von Sinti und Roma reicht. Diese Haltung zeigt sich ebenso in der Diskriminierung und Dämonisierung der Minderheit wie in der Verklärung des "lustigen Zigeunerlebens". Im Unterschied zum Antisemitismus ist der Antiziganismus bis heute in allen Schichten gesellschaftsfähig.
Antiziganismusforschung befasst sich im Gegensatz zur "Tsiganologie" oder "Zigeunerforschung", die die Sinti und Roma zum Objekt der Forschung macht und an rassistische Forschung anknüpft, mit der negativen Einstellung der Mehrheitsbevölkerung gegenüber den von ihr sogenannten "Zigeunern" und ihren Ursachen.
Die Gesellschaft für Antiziganismusforschung e. V. führt über ihre Forschungsergebnisse einen ständigen Dialog mit den Verbänden deutscher Sinti und Roma. Sie verweist auf Veranstaltungen, auf denen ihre Mitglieder referieren oder diskutieren.